Basis-Informationen zu HIV und AIDS

HIV und AIDS sind immer noch nicht heilbar!

Die AIDS-Erkrankung ist die Folge einer Infektion mit dem HI-Virus. Das Virus befällt vor allem die Zellen des menschlichen Immunsystems, vermehrt sich in ihnen und zerstört sie. Das geschwächte Immunsystem ist dann nicht mehr in der Lage, auf - für gesunde Menschen - meist harmlose Infektionen zu reagieren. Dies führt schließlich zu immer schwerer verlaufenden opportunistischen Infektionen oder verschiedenen Krebserkrankungen mit tödlichem Ausgang.

Seit einigen Jahren stehen zahlreiche Medikamente zur Behandlung der HIV-Infektion zur Verfügung. Dadurch ist die Lebenserwartung der Menschen mit HIV gestiegen, dennoch verbleibt das HI-Virus lebenslang im Körper und ist nach wie vor nicht vollständig aus dem Körper zu entfernen. HIV und AIDS sind also nicht heilbar! 

Wie wird HIV übertragen?

Das Virus findet sich in Blut, Samenflüssigkeit, Scheidensekret, Wundsekret, Eiter und in der Darmschleimhaut.

Ein Eindringen des Virus in den Körper ist möglich über winzige Verletzungen, besonders der empfindlichen Darmschleimhaut, der Schleimhaut am Muttermund, der Scheidenhaut und der männlichen Vorhaut.

Das höchste Risiko besteht bei ungeschütztem Anal- und Vaginalverkehr. Der aufnehmende Partner / die aufnehmende Partnerin hat grundsätzlich ein höheres Risiko.

Ungeschützter Oralverkehr ist risikoreich bei Samenerguss im Mund, Verletzungen oder Entzündungen der Mundschleimhaut oder des Rachens.

Ansteckungen sind außerdem möglich durch gemeinsamen Gebrauch von Spritzbestecken, unsachgemäßes Piercing und Tätowierungen.

Kondome schützen!

Beim Sex schützen Kondome vor Ansteckung. Es sollten nur Qualitäts-Kondome verwendet werden, deren Verfallsdatum noch nicht abgelaufen ist. Bei Latex-Kondomen nur fettfreie Gleitmittel einsetzen. In vielen Ländern wird ebenfalls zur Enthaltsamkeit als Schutz vor HIV aufgerufen.

Wie wird HIV nicht übertragen?

Nicht ansteckend sind Küsse, Zungenküsse, Körperkontakte, Hautkontakte, gemeinsames Essen, die gemeinsame Nutzung von Geschirr, Kleidung und Wäsche oder die gemeinsame Nutzung von Schwimmbad, Sauna, Toiletten und Waschraum. Bei der Einhaltung üblicher Hygieneregeln gibt es auch kein Risiko bei Maniküre, Piercing, Tätowieren und Ohrlochstechen. Alle stechenden oder schneidenden Gegenstände, die mit Blut in Kontakt kommen können, sollten immer nur einmal benutzt oder wirksam desinfiziert werden.

Wo kann ich mich im Internet oder telefonisch zu HIV und AIDS beraten lassen?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und die Deutsche AIDS-Hilfe bieten Beratungsmöglichkeiten im Internet sowie telefonische Beratung zu HIV/AIDS an. 

Die BZgA berät online zu HIV/AIDS über aidsberatung.de ». Das Portal Liebesleben » bietet eine telefonische Beratung zu HIV und weiteren sexuell übertragbaren Infektionen an.   

Die Deutsche AIDS-Hilfe » bietet Beratung online und telefonisch an. 

Solange keine Behandlung erfolgt, wird das HI-Virus auch ohne Krankheitssymptome weitergegeben!

Gelegentlich treten etwa zwei bis sechs Wochen nach der Ansteckung unspezifische Symptome (Fieber, Kopfschmerzen, Hautausschläge, Lymphknotenschwellungen) auf. Die meisten Menschen mit HIV bleiben danach auch ohne Behandlung über Jahre beschwerdefrei und fühlen sich völlig gesund. Die Infektion ist ihnen nicht anzusehen. Sie sind aber bereits kurz nach der Ansteckung infektiös, können also zum Beispiel bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr das Virus weitergeben.

Im späteren Verlauf gibt es einige Krankheiten, die an ein geschwächtes Immunsystem denken lassen (u. a. schwere Herpesinfektionen, Tuberkulose, starke Gewichtsabnahme, Durchfälle). Es ist aber durchaus möglich, dass selbst eine weit fortgeschrittene Immunschwäche lange Zeit völlig symptomlos bleibt.

Wenn HIV mit antiretroviralen Medikamenten behandelt wird, kann die HIV-Konzentration (Viruslast) im Körper bis unter die Nachweisgrenze sinken. Dies hängt mit der Therapietreue des Patienten zusammen: Eine konsequente Medikamenteneinnahme reduziert die Viruslast im Körper und damit das Ansteckungsrisiko.

Die HIV-Therapie kann Nebenwirkungen haben!

Seit den 1990er Jahren gibt es Medikamente und Therapien, die die Vermehrung des HI-Virus im Körper stoppen und die Zahl der Viren reduzieren. Bisher ist es nicht möglich, das HI-Virus komplett aus dem Körper zu eliminieren. Die existierenden Medikamente erfordern eine lebenslange Therapie.

Ungeachtet dieses Erfolgs gibt es grundsätzliche medizinische, psychologische und ethische Probleme bei der Behandlung von HIV/AIDS:

  • Die Dauer des Therapieerfolgs ist unklar.
  • Die neuen Therapien verlängern zwar das Leben, doch wirken sie nicht bei allen betroffenen Menschen. AIDS bleibt auch weiterhin eine unheilbare Krankheit.
  • Es gibt noch immer kein Medikament, das das HI-Virus vollständig und dauerhaft aus dem Körper der Patienten eliminieren kann.
  • Unverträglichkeiten und Resistenzbildungen können zum Abbruch bzw. zur Wirkungslosigkeit der Therapie führen.

Wie kann ich testen, ob ich infiziert bin?

Der HIV-Antikörper-Test ist ein sehr empfindlicher Suchtest auf Antikörper gegen das HI-Virus. Diese Antikörper werden nach einer Ansteckung vom Immunsystem produziert und zeigen so eine stattgefundene Infektion an. Sie lassen sich lebenslang im Blut nachweisen.

Wer sich zu einem Test entschließt, sollte beachten, dass es bis zu drei Monate nach der Ansteckung dauern kann, bis diese Immunreaktion erfolgt ist. Somit kann der Test erst nach Ablauf von 3 Monaten nach einem Ansteckungsrisiko eine verlässliche Aussage liefern, ob eine Ansteckung erfolgt ist oder nicht.

Wenn keine Antikörper nachgewiesen werden, ist das Testergebnis „negativ“, d. h. es ist keine Ansteckung erfolgt (vorausgesetzt, der Zeitraum von 3 Monaten nach einem Ansteckungsrisiko wurde eingehalten).

Wo kann ich mich testen lassen?

In den meisten Gesundheitsämtern kann man den Test nach vorheriger Beratung anonym, vertraulich und kostenlos durchführen lassen. Zwischen Blutentnahme und Ergebnismitteilung liegt ein Zeitraum von 8 bis 10 Tagen. 

Das Testergebnis wird nur persönlich mitgeteilt und es werden keine Bescheinigungen darüber ausgestellt.

Beim niedergelassenen Arzt/Ärztin kann der Test entweder unter Angabe der persönlichen Daten oder unter Pseudonym (d. h. die Blutproben werden unter einem anderen Namen ins Labor geschickt) durchgeführt werden.

Bei einem offiziellen Test ist das Ergebnis offengelegt und zwar sowohl für Krankenkassen als auch für eventuelle Rückfragen wie z. B. von Versicherungen. Der Test unter Pseudonym ist selbst zu bezahlen.

In privaten Laboren ist der Test selber zu zahlen und unter Umständen auch anonym möglich. Hier wird keine Beratung angeboten.

Auch einige AIDS-Hilfen bieten Tests an. 

Zahlen & Fakten zu HIV/AIDS

Die weltweite Verbreitung von HIV und AIDS

3.6_HIV_AIDS_weltweit.jpg#asset:738:artikelbildKleinWeltweit haben sich im Jahr 2016 rund 1,8 Millionen Menschen neu mit dem HI-Virus infiziert. Mit dem Virus leben weltweit circa 36,7 Millionen Menschen, rund eine Million Menschen sind im Jahr 2016 verstorben. 

Global sinkt laut UNAIDS die Zahl der jährlichen Neuinfektionen. Im Vergleich zu 2010 haben sich 2016 etwa elf Prozent weniger Erwachsene und 47 Prozent weniger Kinder infiziert).

Hier erhalten Sie weitere aktuelle Zahlen zur globalen Verbreitung von HIV/AIDS: UNAIDS »

Die Lage in Deutschland

In Deutschland leben nach der aktuellen Schätzung des Robert Koch-Instituts anlässlich des Welt-AIDS-Tages im Jahr 2016 rund 88.400 Menschen mit HIV oder AIDS. Von ihnen haben sich geschätzte 3.100 im Jahr 2016 infiziert. 2015 waren es schätzungsweise 3.200. 460 HIV-infizierte Menschen starben im Jahr 2016.

Von den 88.400 Menschen, die Ende 2016 mit HIV oder AIDS leben sind ca. 71.900 männlichen und ca. 16.600 weiblichen Geschlechts. Von den Personen, die sich in Deutschland mit HIV infiziert haben bzw. deren Herkunftsland Deutschland ist, sind Männer, die Sex mit Männern haben, mit 56.100 die größte Gruppe. Weitere Infektionswege im Inland sind heterosexuelle Kontakten (11.200) und intravenöser Drogengebrauch (8.200). (Quelle: Epidemiologisches Bulletin 47/2017 des Robert Koch-Instituts, Stand: Ende 2016).

Die im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern niedrigen Infektionszahlen in Deutschland lassen sich nur erhalten, wenn die Präventionsanstrengungen nicht nachlassen.

Hier erhalten Sie weitere aktuelle Zahlen zur Verbreitung von HIV und AIDS in Deutschland: Robert Koch-Institut »