Das Programm DREAM in Kenia 


Im Jahr 2017 hat die Deutsche AIDS-Stiftung ihre internationale Förderung auf das DREAM-Programm in Kenia ausgeweitet. Das Programm der ökumenischen Gemeinschaft Sant’Egidio arbeitet in dem ostafrikanischen Land in sieben HIV-Zentren, drei davon fördert die Stiftung: die Zentren im Missionskrankenhaus Chaaria Cottolengo, im Aina Children’s Home in Nchiru und im Chiakariga Gesundheitszentrum.

Damit die Behandlung erfolgreich ist: Medikamentenabgabe im HIV-Zentrum

Die Menschen, die sich an DREAM wenden, sind oft sehr arm, abgemagert und in bedrohlich schlechtem Gesundheitszustand. Manche wissen von ihrer HIV-Infektion, aber halten sie vor ihren Angehörigen geheim. Andere wollen nicht glauben, dass sie infiziert sein könnten. Oder Patienten kommen wegen anderer Krankheiten. Sie sollten dringend getestet werden, weil eine Infektion mit dem HI-Virus sie geschwächt haben könnte oder das Virus sogar ihre Krankheit verursacht hat.

Hier setzt das Programm DREAM in den kenianischen HIV-Zentren an, wo es das klinische Personal verstärkt; Gesundheitshelfer kümmern sich um neue HIV-Patienten. Sie beraten, wenn es darum geht, die Familie zu informieren, helfen HIV-Infizierten auch zuhause, wenn das nötig ist, und unterstützen, wenn es um eine gute Ernährung geht. Weil Unterernährung ein großes Problem ist, hilft DREAM in schlimmen Fällen mit Nahrungspaketen. Denn fast immer geraten Patienten in einen Teufelskreis, wenn sie dauerhaft zu wenig zu essen haben. Sie werden zwar gegen ihre Infektion mit Medikamenten behandelt, doch diese wirken nicht gut, ihr Zustand verschlechtert sich weiter. Mit einem monatlichen Lebensmittelpaket aus je zwei Kilogramm Mais, Bohnen, Reis und Maismehl, einem Kilogramm Zucker und einem Liter Pflanzenöl kann DREAM helfen, dass Patienten langsam wieder zu Kräften kommen und sich die Situation in ihren Familien etwas entspannt. Durchschnittlich 8 Euro kostet ein Lebensmittelpaket.

Über HIV sprechen: Hausbesuch in Tharaaka, im Umfeld des Chiakariga Gesundheitszentrums

In den ländlichen, abgelegenen Gegenden ist DREAM ein wichtiger Baustein in der Strategie, die WHO und kenianisches Gesundheitsministerium ausgerufen haben: die Aufklärung und Behandlung von HIV und AIDS sollen eng verzahnt werden mit den Aktivitäten der Krankenhäuser und Gesundheitszentren. Dazu sollen mehr Frauen und Männer dazu gebracht werden, sich auf HIV testen zu lassen. Wer ohnehin medizinisch betreut wird, sei es als ambulant behandelter Patient, sei es bei der Schwangerschaftsvorsorge oder der Mutter-Kind-Behandlung oder auch bei Tuberkulosefällen und extrem unterernährten Frauen, Männern und Kindern - der HIV-Test soll Standard werden. 

In enger Zusammenarbeit mit staatlichen Gesundheitseinrichtungen, den Bezirksregierungen, den katholischen Diözesen, Missionsspitälern und dem Gesundheitsministerium ist DREAM seit 2005 in Kenia aktiv. Auch mit den drei Partnern der HIV-Zentren verbindet DREAM eine gute, langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Für den Erfolg der Arbeit ist dies entscheidend. Denn DREAM erhält so kostenlos alle antiretroviralen Medikamente und einen Teil der Arzneien zur Behandlung von opportunistischen Krankheiten. Staatliche Labors werten Blutproben für DREAM aus, alle drei Zentren übermitteln monatlich statistische Daten an die Bezirksverwaltungen.

Die Deutsche AIDS-Stiftung fördert das Programm finanziell für die Vergütung von Krankenschwestern, Laboranten, Lagerverwaltern und Gesundheitshelfern, für Testmaterialien, Hygieneartikel und nicht antiretrovirale Medikamente, für Verwaltung und Logistik.