Die DREAM-Gesundheitszentren

Die Deutsche AIDS-Stiftung hat seit 2018 ihre Hilfen für HIV-positive Frauen und ihre Babys auf alle DREAM-Standorte in Mosambik ausgeweitet. Durch die medizinische Behandlung und Betreuung der Schwangeren bzw. Mütter wird mit großem Erfolg verhindert, dass HIV-positive Schwangere die Infektion an ihre Babys weitergeben: mindestens 98 von 100 im Programm geborenen Kinder kommen gesund zur Welt. Die Behandlung von Mutter und Kind bis 18 Monate nach der Entbindung kostet 250 €.  

Hier stellen wir drei DREAM-Gesundheitszentren exemplarisch vor. 


Centro para a Criança (Maputo)

Das DREAM-Therapiezentrum Centro para a Criança in Maputo.Das Centro para a Criança ist im Gebäude eines ehemaligen Klosters der Consolata Missionare gegenüber dem staatlichen Zentralkrankenhaus im Stadtzentrum von Maputo untergebracht. Das Zentrum wurde 2009, damals mit einer Förderung der Deutschen AIDS-Stiftung in Höhe von 70.000 Euro, im Stadtzentrum von Maputo eröffnet, um die von DREAM aufgebauten Behandlungszentren in Matola 2 (Matola) und im staatlichen Tuberkulosekrankenhaus Machava zu entlasten. Im Rahmen der von der mosambikanischen Gesundheitsministerium damals begonnen – und umstrittenen – Dezentralisierung der medizinischen Behandlung von Menschen mit HIV und AIDS, die gebot, HIV-positive Patienten künftig in allgemeinen Gesundheitszentren und Krankenhäusern zu versorgen, war die Eröffnung dieses Behandlungszentrums von besonderer Bedeutung.

Schon in der zweiten Jahreshälfte 2009 waren mehr als 1.000 Patienten mit HIV und AIDS im Centro para a Criança aufgenommen, darunter mehr als 400 Kinder unter 15 Jahren, etwa die Hälfte von ihnen unter antiretroviraler Therapie. Neben Diagnostik und medizinischer Versorgung (Therapie opportunistischer Infektionen sowie ARV-Behandlung) erhalten Kinder, die unter Mangelernährung leiden, Kinder in Therapie, Waisen, schwangere und stillende Frauen sowie Tuberkulosepatienten Nahrungsmittelhilfen im Zentrum. Wie auch in den anderen DREAM-Gesundheitszentren erhalten die Menschen Moskitonetzte und Wasserfilter.

Matola 2 (Matola)

Auf dem Nachbargelände von Matola 2 wurde 2012 mit dem Bau einer neuen Mutter-Kind-Ambulanz begonnen.Das staatliche Gesundheitszentrum Matola 2 liegt in Matola, einer Stadt mit etwa 8.000 Einwohnern etwa 11 km entfernt von der Hauptstadt Maputo. Die HIV-Prävalenz in Matola wird auf bis zu 26 Prozent geschätzt. Das Zentrum betreut ungefähr 1.000 HIV-positive schwangere Frauen und ihre Familienangehörigen, damit etwa 5.000 Menschen.

Matola 2 besteht aus einer pädiatrischen Abteilung, einer Geburtshilfe-Abteilung mit Kreissaal und dient als medizinische Anlaufstelle für schwangere Frauen, Kinder und Erwachsenen aus den umliegenden Stadtvierteln.

Seit Mai 2002 betreibt die Gemeinschaft Sant’Egidio in einem Gebäudeflügel des Zentrums eine PMTCT-Ambulanz. 

Seit September 2011 ist die Ambulanz an ihrer Kapazitätsgrenze: Auf beengtem Raum – es stehen nur vier Zimmer zur Verfügung – müssten weit über 1.000 Patienten versorgt werden. Täglich behandelt die Abteilung für Erwachsene 200 Patienten, die Kinderabteilung 135 Patienten und die Station für die akute AIDS-Behandlung wird täglich von etwa 50 Erwachsenen und Kindern aufgesucht.

Die Namen Katrin Haub und Fundação SIDA Alemã (Deutsche AIDS-Stiftung) auf der Sponsorentafel des neuen Gebäudes.  Um diesem Patientenandrang besser gerecht zu werden und gleichzeitig eine hinreichende Behandlungsqualität zu gewährleisten, war eine räumliche und personelle Ausweitung der Kapazitäten unabdingbar. Daher übernahm Sant’Egidio die Investition für den Neubau einer PMTCT-Ambulanz auf dem Nachbargelände des staatlichen Zentrums.

Das Gebäude der neuen PMTCT-Ambulanz ist 314 qm groß, einstöckig und verfügt über 13 Zimmer. Im Sommer 2014 wurde das neues Gebäude für die Mutter-Kind-Versorgung im DREAM-Zentrum Matola 2 eröffnet, das auch durch eine Spende des Kuratoriumsmitglieds Katrin Haub ermöglicht wurde. Die Deutsche AIDS-Stiftung hat sich an den Baukosten mit 30.000 Euro beteiligt. Das neue Gebäude, benannt nach der ersten mosambikanischen DREAM-Aktivistin Ana Maria Muhai, liegt gegenüber dem staatlichen Gesundheitszentrum Matola 2, das es nun um eine moderne Mutter-Kind-Ambulanz für HIV-infizierte Schwangere erweitert und entlastet. Im Zentrum Matola 2 wurden im Jahr 2013 fast 2.900 HIV-positive Patientinnen und Patienten behandelt, davon 459 Kinder. Es wurden 595 Kinder zur Welt gebracht, seit Eröffnung über 4.500. 

Polivalente (Praia Nova/Beira)

Der Neubau des DREAM-Therapiezentrums Polivalente in Praia Nova/Beira.2003 hatte DREAM seine Arbeit in Beira im Viertel Manga Chingussura begonnen. Da in diesem DREAM-Zentrum zuletzt über 5.000 HIV/AIDS- Patienten, bei monatlich ansteigenden Aufnahmezahlen, behandelt wurden, gab es einen entsprechend hohen Druck, die Kapazitäten auszuweiten. Das neue Zentrum nahm Anfang 2012 die Arbeit auf und wurde offiziell von Mosambiks First Lady Maria da Luz Dai Guebuza im März eingeweiht. Das Zentrum befindet sich in der Nähe des Hafens und der Mündung des Flusses Pungué in den Indischen Ozean, dort, wo an die Innenstadt Beiras die armen Stadtviertel – neben Praia Nova sind dies Baixa, Maquinino, Palmeiras, Pont Gêa, Esturro, Munhava und Vaz – grenzen.

Das neue Zentrum besteht aus zwei Stockwerken: Im Untergeschoss befinden sich Räume für VCT (Voluntary Counselling and Testing), ärztliche Untersuchungszimmer, die Apotheke mit Medikamentenausgabestellen und Räume für die Blutabnahme. Im ersten Stock sind Büroräume und ein großes mikrobiologisches Labor untergebracht. Das Labor dient auch als Referenzlabor für die Viruslastbestimmung in der Provinz. Vor dem Gebäude befindet sich ein großer Pavillon, der als Wartebereich für die Patienten genutzt wird. Unmittelbar an das Gelände des Therapiezentrums angeschlossen wurde ein Ernährungszentrum. Es wird von Aktivistinnen des DREAM-Programms geleitet und bietet täglich etwa 1.000 Waisen und Kinder aus den armen Stadtvierteln Beiras eine warme Mahlzeit.

In einem ersten Schritt wurde den Patienten des Zentrums Manga Chingussura, die in Beira leben und für die das neue Zentrum leichter erreichbar ist, angeboten, künftig in Praia Nova behandelt zu werden. Ein großer Teil dieser Patienten nahm das Angebot an und ab Mai 2012 konnten in Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitseinrichtungen vermehrt auch neue Patienten aufgenommen werden.

Inzwischen wächst die Zahl der Patienten rapide. Mit einer nahe gelegenen Entbindungsklinik wurde ein Memorandum zur Zusammenarbeit geschlossen und immer mehr schwangere Frauen werden in das PMTCT-Programm (Prevention of Mother-to-Child-Transmission) von DREAM aufgenommen.

Wie alle DREAM-Gesundheitszentren in Afrika arbeiten beide Zentren in Abstimmung mit den staatlichen Behörden, unterstehen aber dem DREAM-Programm; die Finanzierung aller Aktivitäten (inklusive der Bezahlung des Personals) wird über DREAM abgewickelt.