Arbeits- und Qualifizierungsprojekte für eine gesunde Ernährung

Die Beschäftigungs- und Versorgungsprojekte ermöglichen es vielen Betroffenen nach langen Krankheits- und beschäftigungslosen Zeiten an die Arbeitswelt herangeführt zu werden. Die Möglichkeit, auch mit eingeschränkter oder schwankender Leistungsfähigkeit wieder an den Prozessen des Arbeitslebens teilhaben zu können, ist für die psychosoziale Gesundheit der Betroffenen von großer Bedeutung. Das wenn auch geringe eigene Einkommen ist ein zusätzlicher Anreiz, an einem Beschäftigungsprojekt teilzunehmen. Das Ziel, einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt zu erhalten, konnte für etliche Projektteilnehmer realisiert werden.

Darüber hinaus bieten die Versorgungsprojekte mit ihren Mittagstischen die Möglichkeit, für einen geringen Betrag eine vollwertige, warme Mahlzeit zu erhalten. Neben der gesunden Ernährung bieten die Projekte vielen HIV-positiven Menschen Kontakt und Kommunikation zu anderen Betroffenen sowie zu weiteren Gästen. Die von der Stiftung geförderten Gastronomieprojekte sind für jeden Interessierten geöffnet.

Beschäftigungsprojekt „HIVissimo“ in Köln

Das von der Stiftung bereits im Jahr 2000 geförderte Projekt HIVissimo » in Köln bietet im Regenbogencafé der Aidshilfe täglich ein vegetarisches und ein nicht-vegetarisches 3-Gänge-Menü an. Der Mittagstisch erfreut sich großer Beliebtheit. Die Arbeit in der Küche und im Service von HIVissimo führt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder ans Berufsleben heran. Viele von ihnen haben nach längerer Krankheitsphase den Anschluss verloren. Neben HIV haben meist weitere Probleme dazu beigetragen, dass sie im ersten Arbeitsmarkt nicht mehr Fuß fassen konnten.   

Beschäftigungsprojekt „Estragon“ in Nürnberg 

Das Estragon » in der Nürnberger Innenstadt ist kein Restaurant wie jedes andere: Dort kann man nicht nur mediterrane Speisen genießen. Die Gäste unterstützen mit ihrem Besuch zugleich ein innovatives soziales Projekt, das vor allem Menschen mit HIV und AIDS wieder eine Lebensperspektive gibt. Viele Menschen, die im Arbeits- und Beschäftigungsprojekt der AIDS-Hilfe Nürnberg anfangen, haben psychosoziale Probleme oder sind langzeitarbeitslos und haben daher auf dem normalen Arbeitsmarkt keine Chance. Ziel ist es, den HIV-positiven Mitarbeitern die Möglichkeit zu eröffnen, wieder im Arbeitsleben Fuß zu fassen. 80 Prozent der Teilnehmer konnten dank der Fortbildung im „Estragon“ in feste Beschäftigungsverhältnisse wechseln oder eine Ausbildung beginnen.

Das Projekt bietet Menschen mit HIV und AIDS die Möglichkeit, herauszufinden, wie viel sie noch leisten können und wo ihre Stärken und Schwächen liegen. Die Arbeit im Estragon soll ihnen Mut machen, ihre Zukunft aktiv zu gestalten und ihnen Selbstvertrauen vermitteln.

Aber auch ein anderer Aspekt ist wichtig: Die rund 60 Gäste, die täglich ins „Estragon“ kommen, - jeder Zweite von Ihnen ist HIV-positiv oder aidskrank – essen dort in der Gemeinschaft und erhalten eine preiswerte und gesunde Mahlzeit, die sie sich sonst nicht leisten könnten. Zum Konzept gehört schließlich auch der Abbau von Berührungsängsten und Vorurteilen. Das „Estragon“ dient als Begegnungsort für HIV-positive Menschen und Nichtinfizierte. Ein Projekt, das Eindruck machte: Das Restaurant Estragon gewann 2007 beim bundesweiten Innovationswettbewerb „365 Tage im Land der Ideen“ und wurde am 7. März 2007 Ort des Tages. Das Estragon feierte im Jahr 2015 sein zehnjähriges Bestehen. Seit Beginn wird es von der Deutschen AIDS-Stiftung mit nennenswerten Beträgen gefördert. Die Gesamtförderung liegt mittlerweile bei über 220.000 Euro.

Restaurant „Estragon“, Jakobstraße 19, 90402 Nürnberg
Öffnungszeiten: Di-Fr 11.00-23.00 Uhr, Sa-So 17.00-23.00 Uhr