Migrantinnen und Migranten benötigen unsere besondere Unterstützung

Fachtag Flüchtlinge, Migrant*innen und HIV/AIDS »

© Presse- und Informationsamt der Bundesregierung/Bundesbildstelle: Bundeskanzlerin Angela Merkel im Kreis des Arbeitsprojektes „Weltküche“ Berlin Migrantinnen und Migranten sind in Deutschland im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung überproportional oft von HIV-Infektionen betroffen. Mangel an Informationen, fehlende Bildung, die Tabuisierung von Themen wie Sexualität und Krankheit, aber auch Skepsis gegenüber staatlichen Einrichtungen erschweren Zuwanderern häufig den Zugang zum deutschen Gesundheitssystem und zu Beratungs- und Präventionsangeboten. Diese Benachteiligung im Hinblick auf die gesundheitliche Versorgung trifft HIV-positive und an AIDS erkrankte Migranten besonders hart. Oftmals wird ihre Infektion oder Krankheit erst in einem fortgeschrittenen Stadium festgestellt und daher auch erst spät behandelt. Durch die Erkrankung geraten Betroffene nicht selten in materielle Not – diese Tatsache macht sich nicht zuletzt in der steigenden Zahl der im Ausland geborenen Mitbürger bemerkbar, die die Deutsche AIDS-Stiftung um Hilfe bitten. Aus 119 Ländern stammen die inzwischen in Deutschland lebenden Antragsteller.

Um ihnen diese Ängste zu nehmen und die Community für das Thema HIV/AIDS zu sensibilisieren sind neue Aufklärungsstrategien nötig, die die kulturellen Hintergründe der Zuwanderer berücksichtigen und sie aktiv bei der Präventionsarbeit miteinbeziehen. Aus diesem Grund fördert die Deutsche AIDS-Stiftung mit besonderer Unterstützung des Verbandes der Privaten Krankenversicherung PKV e.V. Hilfsprojekte, die die Beratung, Begleitung und Gesundheitsförderung von Migranten zum Ziel haben. In der Vergangenheit von der Deutschen AIDS-Stiftung unterstützte Projekte wie die Weltküche in Berlin und das Afrika Projekt des Gesundheitsamtes in Bremen stärkten das Selbsthilfepotential von Betroffenen und boten vielen ausländischen Mitbürgern eine Anlaufstelle, wo sie sich über AIDS informieren und beraten lassen konnten. Ein weiteres gefördertes Hilfsprojekt stellen wir ausführlicher vor:

Aufbau eines Frauen- und Familienzentrums für Menschen mit Migrationshintergrund in Essen

© AIDS-Hilfe EssenDie Deutsche AIDS-Stiftung förderte ein Projekt der AIDS-Hilfe Essen e.V. zum Aufbau eines Frauen- und Familienzentrums, um eine Lücke in den Angeboten der Gesundheitsförderung im Großraum Essen zu schließen. Die Zielgruppe sind HIV-positive und an AIDS erkrankte Frauen mit Migrationshintergrund und deren Kinder. HIV ist bei diesen Menschen oft mit einem so starken Tabu belegt, dass sie große Hemmungen haben, sich an das staatliche Gesundheitssystem zu wenden. Durch die Beratung erfahren die Frauen, wie und wo sie in Deutschland Hilfen erhalten können. Außerdem verlieren sie so ihre oft unberechtigten Ängste vor den deutschen Behörden. Durch das Projekt sollen die Grundlagen dafür geschaffen werden, dass sich diese Frauen, die auch Verantwortung für ihre Kinder tragen, dem bestehenden Hilfesystem anvertrauen.