30 Jahre Deutsche AIDS-Stiftung – Empfang im Juli in Köln

1987 wurden in der Bundesrepublik zwei AIDS-Stiftungen gegründet, aus denen 1996 die Deutsche AIDS-Stiftung hervorging: Auf Anregung von Bundeskanzler Helmut Kohl rief die damalige Bundesgesundheitsministerin Rita Süssmuth die Nationale AIDS-Stiftung mit den Stiftern Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) und Deutsches Rotes Kreuz ins Leben; Rainer Ehlers, geb. Jarchow hatte zuvor die Deutsche AIDS-Stiftung „Positiv leben“ gegründet.

Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Deutschen AIDS-Stiftung fand im Juli 2017 im Schokoladenmuseum in Köln ein Empfang statt, bei dem besonders engagierte Wegbegleiter der Stiftung gewürdigt wurden.

© B. Frommann: Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Rita Süssmuth und Prof. Dr. Elisabeth Pott

Anlässlich ihres 80. Geburtstags in diesem Jahr wurde Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Rita Süssmuth von Prof. Dr. Elisabeth Pott, der Vorstandsvorsitzenden der Deutschen AIDS-Stiftung besonders gewürdigt. Als Bundesgesundheitsministerin stellte Rita Süssmuth die Weichen für die liberale und erfolgreiche HIV/AIDS-Politik in Deutschland und für die Gründung der Nationalen AIDS-Stiftung. Mit ihrem Satz „Wir bekämpfen die Krankheit, nicht die Kranken“ prägte sie frühzeitig einen aufgeklärten Umgang mit HIV/AIDS in Deutschland. Die Politik Süssmuths beeinflusste maßgeblich die erfolgreiche deutsche Präventionspolitik. Von 1987 an war sie Kuratoriumsvorsitzende der Nationalen AIDS-Stiftung und behielt dieses Amt auch nach der Fusion beider Vorgängerstiftungen im Jahr 1996 zur Deutschen AIDS-Stiftung. Seit 2006 ist sie Ehrenvorsitzende der Deutschen AIDS-Stiftung. Seit 30 Jahren gibt sie der Arbeit der Deutschen AIDS-Stiftung wichtige Impulse.

Ingrid Fischbach, MdB, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit hob in ihrem Grußwort die Wichtigkeit der Arbeit der Deutschen AIDS-Stiftung in den vergangenen 30 Jahren hervor. Sie dankte, auch im Namen von Herrn Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, den Stiftern, den weiteren Spenderinnen und Spendern sowie den vielen ehrenamtlich wirkenden Menschen für ihr großes Engagement.

Für die Stadt Köln sprach Oberbürgermeisterin Henriette Reker ein Grußwort. Der Islamwissenschaftler Stefan Weidner hielt den Festvortrag „Gesegnet seien die Fremden“, in dem er aus der Perspektive der islamischen Tradition die Themen Fremdheit und Anderssein beleuchtete und einen Bogen zur Arbeit der Deutschen AIDS-Stiftung spannte.

Neben Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Rita Süssmuth wurden weitere Persönlichkeiten geehrt, die sich seit Jahrzehnten für Menschen mit HIV/AIDS einsetzen und so zur Verbesserung der Lebensumstände von HIV-Infizierten beigetragen haben:

© B. Frommann: Peter Greisler zusammen mit dem Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung und Dr. Christoph Uleer

Peter Greisler, früherer Vorsitzender des PKV-Verbandes und Vorsitzender der Aufsichtsräte der Debeka-Versicherungen war von 2001 bis 2010 Vorsitzender des Stiftungsrats der Deutschen AIDS-Stiftung. In seiner Amtszeit baute die Deutsche AIDS-Stiftung ihr internationales Engagement auf und aus; in Deutschland wurde die Projektförderung ausgeweitet, vor allem in den Bereichen Arbeit und Beschäftigung sowie Wohnprojekte für besonders betreuungsbedürftige Menschen mit HIV und AIDS. Durch zweckgebundene Spenden fördert der Verband der Privaten Krankenversicherung die Deutsche AIDS-Stiftung seit der Amtszeit Greislers kontinuierlich.

© B. Frommann: Jeane Freifrau von Oppenheim und der Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung

Jeane Freifrau von Oppenheim gehörte ab 1989 den Kuratorien beider AIDS-Stiftungen an und organisierte bereits 1988 die finanziell sehr erfolgreiche Kunstauktion ART AGAINST AIDS parallel zur Kölner Kunstmesse Art Cologne. Auf ihre Initiative gingen weitere bedeutende Benefizveranstaltungen für die Deutsche AIDS-Stiftung zurück, wie eine Vintage-Mode-Auktion 2002 und die Operngalas in Köln 2004, 2005 und 2007. Von 2006 bis 2012 war sie Vorsitzende des Kuratoriums der Deutschen AIDS-Stiftung.

© B. Frommann: Michael Schuhmacher und Heidi Eichenbrenner mit dem Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung

Michael Schuhmacher, Geschäftsführer der Aidshilfe Köln und seit Januar 2017 Mitglied des Fachbeirats der Deutschen AIDS-Stiftung, arbeitet seit Jahrzehnten erfolgreich mit der Deutschen AIDS-Stiftung zusammen. Für die vorbildliche und nachhaltige Kooperation der Aidshilfe Köln mit der Stiftung wird er zusammen mit Heidi Eichenbrenner geehrt. Sie setzt sich seit fast 30 Jahren für Menschen mit HIV/AIDS bei der Aidshilfe Köln ein; bis 2013 hauptamtlich als Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und stellvertretende Geschäftsführerin und heute als Mitglied des Beirats. Die Aidshilfe Köln initiierte seit 1987 viele innovative Projekte für Menschen mit HIV/AIDS, die von der Deutschen AIDS-Stiftung gefördert wurden und werden. Dazu zählen Beschäftigungs- und Wohnprojekte und der Aufbau eines Beratungszentrums für Frauen.

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war der Talk „Blick in die Zukunft“ mit Prof. Dr. Elisabeth Pott, Georg Roth von Rubicon Köln, Rufin Kenfack Sofack von der AIDS-Hilfe Düsseldorf und Marco, der sich bei der Aidshilfe Köln engagiert.