Die Deutsche AIDS-Stiftung

Die Deutsche AIDS-Stiftung lässt sich in ihrer Arbeit von der Präambel ihrer Satzung (PDF-Dokument, 161 KB) leiten, die folgendermaßen lautet:

„Die Deutsche AIDS-Stiftung will die Lebensbedingungen von HIV-positiven und an AIDS erkrankten Menschen verbessern und ihr Selbstvertrauen stärken, so dass sie ein selbstverantwortliches, sinnerfülltes und sozial akzeptiertes Leben führen können.“

Unsere Mission: Hilfe für Menschen mit HIV und AIDS in Not

Seit 1987 setzt sich die Deutsche AIDS-Stiftung für Menschen mit HIV und AIDS in Not ein - in Deutschland und darüber hinaus.

Für uns steht der Mensch im Mittelpunkt! Unsere Hilfen kommen direkt bedürftigen Menschen zugute. Dabei sind wir seit 30 Jahren bemüht, durch die Zuwendungen die Autonomie und Eigenständigkeit jedes einzelnen von HIV und AIDS betroffenen Menschen solange wie möglich aufrechtzuerhalten. Wir treten ein für das Miteinander und gegenseitige Verstehen.

30 Jahre Hilfe für betroffene Menschen

© B. Frommann: 30 Jahre Deutsche AIDS- Stiftung: Die Ehrenvorsitzende zusammen mit dem VorstandDie Deutsche AIDS-Stiftung, Stiftung des bürgerlichen Rechts, hilft seit 1987 HIV-positiven und an AIDS erkrankten Menschen in materiellen Notlagen. Daneben unterstützt sie Projekte für Betroffene.
Bis heute erhielt die Stiftung mehr als 85.000 Anträge von bedürftigen Menschen und Projektträgern. Sie half Betroffenen in Not individuell und über Projektförderungen mit 44 Millionen Euro.

Die neuen Medikamente verlängern Leben – wenn auch nicht für alle Erkrankten. Die soziale Situation vieler Betroffener verbesserte sich nicht. Wer länger mit AIDS lebt, lebt oft auch länger in Armut.

Unsere Hilfe bei akuten Notfällen

© Berliner AidshilfeDie Stiftung muss immer häufiger helfen, um Notlagen zu lindern. Das geringe Einkommen oder die staatliche Grundsicherung reicht für kranke Menschen nicht aus, alltägliche Bedürfnisse zu decken. Es fehlt zum Beispiel an Geld für eine Heizkostennachzahlung, an dem Ersatz für einen defekten Kühlschrank oder am Geld für eine krankengerechte Matratze. Hier reichen oft schon kleine Beträge, um wirkungsvoll helfen zu können.

HIV-positive und an AIDS erkrankte Menschen im fortgeschrittenen Stadium sind oftmals von sozialen Kontakten und damit auch von Hilfe abgeschnitten. Sie sind wegen ihrer Krankheit nicht mehr ausreichend mobil oder ziehen sich zurück, weil sie Angst vor Diskriminierung haben. Mit Zuschüssen zu Projekten des betreuten Wohnens, für die Einrichtung von Treffpunkten und Cafes oder für die Organisation von Genesungsreisen schaffen wir Sicherheit und Rückzugsmöglichkeiten für HIV-positive Menschen.

Die Deutsche AIDS-Stiftung hilft auch im südlichen Afrika

3.2.3.1_Ithemba.jpg#asset:661:artikelbildMittelSeit dem Jahr 2000 unterstützt die Deutsche AIDS-Stiftung neben ihrem Engagement in Deutschland auch beispielhafte Hilfsprojekte weltweit. Ein Schwerpunkt der Projektförderung liegt im besonders von HIV und AIDS betroffenen südlichen Afrika. Hier engagiert sich die Stiftung in Mosambik und Südafrika.

Im Mittelpunkt unserer Hilfen stehen HIV-positive und aidskranke Menschen, die besonders benachteiligt sind. Unsere Hilfe im südlichen Afrika gilt daher Aidswaisen, schwangeren HIV-positiven Frauen und Familien, die besonders schwer vom HI-Virus betroffen sind.

Die Deutsche AIDS-Stiftung bleibt auf Spenden angewiesen

© J. Pfleiderer: Das Beschäftigungsprojekt „Estragon“ in NürnbergMit diesen Hilfsleistungen hat sich die Deutsche AIDS-Stiftung zur größten privat-finanzierten AIDS-Hilfsorganisation in Deutschland entwickelt, die betroffenen Menschen materielle Unterstützung bietet.

Dies war nur möglich, weil die Stiftung in all den Jahren von Spenderinnen und Spendern, aber auch von Unternehmen, Ehrenamtlern und Förderern großzügig unterstützt wurde.

Mit direkter Hilfe und intensiver AIDS-Forschung kann HIV/AIDS besiegt werden

Die dramatische Ausbreitung von AIDS vor allem in Afrika, aber auch besorgniserregende Infektionsraten in Asien und Osteuropa, machen die Entwicklung eines Impfstoffs immer dringlicher. Seit dem Jahr 2000 arbeitet die Deutsche AIDS-Stiftung daher mit der International AIDS Vaccine Initiative (IAVI) mit Sitz in New York zusammen, die die Entwicklung eines wirksamen und sicheren Impfstoffes beschleunigen will.

Gemeinsam helfen

Die Deutsche AIDS-Stiftung ist Mitglied in den Organisationen aae aids Action europe, Niederlande, und dem Bundesverband Deutscher Stiftungen, Berlin. Die Deutsche AIDS-Stiftung engagiert sich besonders zum Thema Betreutes Wohnen für Menschen mit HIV und AIDS. Daher hat sie drei Immobilien für Wohnprojekte lokalen Beratungsstellen zur Verfügung gestellt. Diese werden von der Deutschen AIDS-Stiftung „Positiv wohnen" gGmbH verwaltet. Um Menschen mit HIV/AIDS im Projekt HOPE Cape Town in Südafrika gezielter helfen zu können, wurde im Jahr 2007 die unselbstständige HOPE-Kapstadt-Stiftung gegründet.

Die Geschichte der Deutschen AIDS-Stiftung

1987

Gründung der Deutschen AIDS-Stiftung „Positiv leben” durch Rainer Ehlers, geb. Jarchow als Stifter und erste Zustiftung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Gründung der Nationalen AIDS-Stiftung auf Anregung der Bundesgesundheitsministerin Professor Dr. Rita Süssmuth mit den Stiftern: Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV), dem Deutschen Roten Kreuz und der Daimler Benz AG.

1988

Die Deutsche AIDS-Stiftung „Positiv leben” finanziert das 2. Europäische Positiven-Treffen in München und damit das erste in Deutschland mit.

Jeane Freifrau von Oppenheim organisiert die erste Benefiz-Kunstauktion für die Nationale AIDS-Stiftung auf der Art Cologne.

1989

Beide Stiftungen bilden die Arbeitsgemeinschaft deutscher AIDS-Stiftungen.

1990

Die Arbeitsgemeinschaft deutscher AIDS-Stiftungen veranstaltet mit maßgeblicher Unterstützung von Renate Siebenhaar die erste von insgesamt 18 kuratierten Benefiz-Kunstauktionen „Curators Choice“ auf der Kunstmesse in Frankfurt (Kuratoren u.a. Jan Hoet, Nicolaus Schafhausen, Udo Kittelmann, Julian Heynen).

1992

Anlässlich der documenta IX initiieren die Deutsche AIDS-Stiftung „Positiv leben” und der Künstler Tom Fecht das Kunstprojekt „Denkraum: Namen und Steine – Mémoire Nomade 1992-2000” zum Gedenken an an AIDS verstorbene Menschen. Das Projekt wird bis zum Jahr 2000 an über 30 Orten realisiert.

Die Arbeitsgemeinschaft veranstaltet das Hearing „Menschen mit HIV und AIDS im Justizvollzug”.

1992/93

Die Bundesregierung stiftet beiden Stiftungen je zwei Millionen DM zu. Die Mehrzahl der Länder leistet Zustiftungen an die Deutsche AIDS-Stiftung „Positiv leben”.

1993

Die Deutschen AIDS-Stiftung „Positiv leben” organisiert das 2. Symposium „Homosexualität, Aids und Menschenrechte“.

Die Nationale AIDS-Stiftung organisiert den ersten Workshop „Frauen mit AIDS”.

1994

Durch den Kauf eines Hauses in Lahnstein bei Koblenz erwirbt die Deutsche AIDS-Stiftung „Positiv leben” die erste Immobilie für ein Wohnprojekt. Im selben Jahr richtet der Caritasverband Koblenz eine Wohngemeinschaft für sechs HIV-positive Menschen in dem Haus ein.

Mit der 1. Festlichen Operngala in der Deutschen Oper Berlin beginnt eine der erfolgreichsten Benefizveranstaltungs-Reihen der AIDS-Stiftung. Es folgen Operngalas in anderen Städten Deutschlands: Köln, Essen, Düsseldorf und Bonn.

1995

Namhafte Zustiftungen des Verbandes der Schadensversicherer e.V. und des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft an die Nationale AIDS-Stiftung sowie an die Deutsche AIDS-Stiftung „Positiv leben” stärken die finanzielle Leistungsfähigkeit beider Stiftungen.

Mit dem Lebenshaus in Köln fördern beide Stiftungen ein Projekt zum Betreuten Wohnen. Insgesamt kommen der Einrichtung zirka 200.000 DM zu. Im selben Jahr strahlt die ARD die erste Benefiz-Fernsehgala „Stars 1995” mit einem Spendenaufruf für AIDS-kranke Menschen aus.

1996

Die Deutsche AIDS-Stiftung „Positiv leben” und die Nationale AIDS-Stiftung schließen sich zur Deutschen AIDS-Stiftung zusammen.

1997

Der seit 1987 an Medienschaffende vergebene Journalistenpreis wird in „Medienpreis der Deutschen AIDS-Stiftung“ umbenannt.

1998

Der 25.000. Hilfsantrag geht bei der Deutschen AIDS-Stiftung ein. Mit einer Anzahl von 5.372 ist 1998 gleichzeitig das Jahr mit den meisten gestellten Anträgen.

1999

„Rehabilitation und Rückkehr in das Erwerbsleben“ wird erstmalig zum Förderschwerpunkt der Stiftung. Mit 15.000 DM bewilligt die Stiftung ein Qualifizierungsseminar zum Wiedereinstieg in das Berufsleben.

2000

Die Deutsche AIDS-Stiftung unterstützt mit dem Nazareth House für AIDS-Waisen in Südafrika ihr erstes ausländisches Hilfsprojekt.

Die Deutsche AIDS-Stiftung wird deutscher Kooperationspartner der International AIDS Vaccine Initiative IAVI.

2002

Im Juli findet die erste Jahrestagung der Stiftung statt.

2003

Die Deutsche AIDS-Stiftung erwirbt ein Haus in der Reichenberger Straße in Berlin-Kreuzberg und sichert damit das größte Projekt des Betreuten Wohnens in Deutschland für schwerstpflegebedürftige an AIDS erkrankte Menschen. Es folgen 2006 und 2011 jeweils eine Immobilie in Essen und Köln.

2004

Der erste AIDS-Impfstofftest in Deutschland findet an den Universitätskliniken von Bonn und Hamburg statt. Die von IAVI beauftragten Tests werden von der AIDS-Stiftung mitfinanziert.

Bundespräsident Horst Köhler besucht als erstes deutsches Staatsoberhaupt ein von der Deutschen AIDS-Stiftung gefördertes Projekt: das Wohnprojekt für Menschen mit HIV und AIDS in der Reichenberger Straße in Berlin.

2006

Die langjährige Vorsitzende des Kuratoriums der Deutschen AIDS-Stiftung Professor Dr. Rita Süssmuth wird im März zur Ehrenvorsitzenden der Stiftung ernannt.

2007

Hape Kerkeling, der sich seit vielen Jahren für die Deutsche AIDS-Stiftung engagiert, besucht das DREAM-Projekt, das mit Unterstützung der Stiftung die Mutter-Kind-Übertragung verhindert. In der Fernsehshow „Ein Herz für Kinder“ stellt Kerkeling als Projektpate DREAM einem Millionenpublikum vor.

Im Oktober wird die HOPE-Kapstadt-Stiftung – eine Treuhandstiftung innerhalb der Deutschen AIDS-Stiftung – gegründet. Sie soll zusätzliche Hilfen für an AIDS erkrankte Menschen in Südafrika mobilisieren. Die Erlöse der seit 2006 veranstalteten HOPE-Gala in Dresden fließen über die Treuhandstiftung der Arbeit von HOPE Cape Town in Südafrika zu und unterstützen die Organisation bei ihrer Arbeit in den Townships.

Anlässlich des Welt-AIDS-Tages laden die Deutsche AIDS-Stiftung und der Mosambikanische Botschafter zu einem Empfang ein. An dieser ersten Veranstaltung ihrer Art in Berlin nehmen Botschafter fünf weiterer afrikanischer Länder teil.

2009

Im Mai findet im Bonner Rathaus anlässlich der Verleihung des Internationalen Karls-Preises an Professor Andrea Riccardi, Gründer der Gemeinschaft Sant'Egidio, das Kolloquium „Afrika ohne AIDS nur ein Traum? DREAM – Ein Modellprojekt zur Verhinderung der Mutter-Kind-Übertragung von HIV“ statt. Es nehmen u.a. internationale Vertreter aus Politik und Wissenschaft teil.

2010

Unter dem Namen „Gemeinsam für Afrika. Gemeinsam gegen AIDS“ richtet die Deutsche AIDS-Stiftung zusammen mit der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC) einen Neujahrsempfang im Auswärtigen Amt in Berlin aus. Rund 200 Gäste aus Politik, NGOs und Botschaften, darunter Außenminister Dr. Guido Westerwelle nehmen an dem Empfang teil.

2012

Mit der Ausrichtung des Fachtages „Altern, Pflege und Wohnen von Menschen mit HIV und AIDS“ in Berlin widmet sich die Deutsche AIDS-Stiftung den Herausforderungen, die sich durch die gestiegene Lebenserwartung von HIV-positiven und an AIDS erkrankten Menschen unter Therapie ergeben.

Im September findet in Bonn ein Empfang zum 25-jährigen Bestehen der Deutschen AIDS-Stiftung statt, bei dem zahleiche Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft sowie Experten aus dem Gesundheitsbereich anwesend sind. Darunter der Bundesminister für Gesundheit Daniel Bahr, die Ehrenvorsitzende der Stiftung Prof. Dr. Rita Süssmuth und Stiftungsgründer Rainer Ehlers.

2015

Zum 1. Januar übernimmt die bisherige Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Prof. Dr. Elisabeth Pott den Vorsitz im Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung. Ihre Berufung durch den Stiftungsrat, das Aufsichtsgremium der Deutschen AIDS-Stiftung, erfolgte bereits im Juli 2014. Somit besteht der Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung aus drei Mitgliedern. Prof. Dr. Elisabeth Pott ist neue ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende. Sie folgt auf Dr. Christoph Uleer, der weiterhin ehrenamtliches Vorstandsmitglied ist. Dr. Ulrich Heide bleibt Geschäftsführender Vorstand.

2016

Im Oktober legt Dr. Christoph Uleer nach über 15 Jahren Vorstandstätigkeit sein Amt aus Altersgründen nieder und wechselt in das Kuratorium der Stiftung. Dr. Florian Reuther, Geschäftsführer beim Verband der Privaten Krankenversicherung e.V., folgt ihm als ehrenamtliches Mitglied. Wiederberufen wurden Prof. Dr. med. Elisabeth Pott als ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende und Dr. Ulrich Heide als Geschäftsführender Vorstand. 

2017

Die Deutsche AIDS-Stiftung besteht seit 30 Jahren. Während eines Empfangs in Köln » werden Wegbegleiter geehrt, die sich in besonderer Weise um die Stiftung verdient gemacht haben.