Berichte aus unseren Förderungen für Familien mit HIV
Es ist möglich und dafür setzt sich die Deutsche AIDS-Stiftung mir ihrer Förderung seit vielen Jahren ein: Kinder können ohne das Virus auf die Welt kommen, auch wenn ihre Eltern HIV-positiv sind. Voraussetzung dafür ist, dass ihre Mütter wissen, dass sie HIV haben und dass sie spätestens in der Schwangerschaft HIV-Medikamente einnehmen. Wirkt die Therapie bei der Mutter, ist das Baby sicher vor HIV!
Gemeinsam mit ihren Partnerprojekten in Deutschland und in besonders von HIV betroffenen Regionen der Welt sorgt die Stiftung dafür, dass es Anlaufstellen gibt, in denen sich Menschen unkompliziert und kostenfrei auf HIV testen lassen können. Zum Beispiel in den Gesundheitszentren von DREAM in Süd- und Ostafrika. Im nördlichen Kenia haben wir in diesem Jahr den Bau eines neuen Testzentrums gefördert. Außer einem HIV-Test bieten die Zentren auch andere Untersuchungen an. So entdecken die Fachleute, ob Patientinnen und Patienten Tuberkulose und nicht übertragbare Krankheiten haben. Und sie reagieren mit Lebensmittelhilfen auf Unterernährung.
Wird HIV erkannt, braucht es die geschulten Fachleute und Ehrenamtlichen im Programm. Sie informieren, was HIV bedeutet, sie erklären, dass die Medikamente lebenswichtig sind und nur wirken, wenn sie konsequent eingenommen werden. Und sie nehmen sich viel Zeit, um gemeinsam zuversichtlich in die Zukunft zu blicken. Auf eine Familie, in der die Eltern mit HIV leben können und die Kinder ohne das Virus groß werden.
Bei Linda, Lawrence und ihrem Baby
Sie leben auf einer kleinen Farm in der Nähe von Chaaria in Kenia: Die 20 Jahre alte Linda, ihr Ehemann Lawrence und Baby Felix. Der kleine Junge ist HIV-frei auf die Welt gekommen. Denn Linda hat in ihrer Schwangerschaft ihre HIV-Medikamente regelmäßig genommen. Auch in der Stillzeit ist sie konsequent. So kann das Virus nicht auf ihr Baby übertragen werden. Linda und Lawrence, der auch HIV-positiv ist, gehen mit ihrem Baby regelmäßig zu den Untersuchungen in das DREAM Gesundheitszentrum.
Die Deutsche AIDS-Stiftung fördert das Zentrum und kennt Linda und Lawrence aus der Zeit, als Linda schwanger war. Linda und Lawrence erkannten Dank des DREAM-Programms, wie wichtig die Medikamente sind. Deshalb ermutigen sich beide immer wieder gegenseitig, sich auf den Weg in das acht Kilometer entfernte DREAM-Zentrum zu machen.
Für Gesundheits-Checks und um Medikamente und ergänzende Nahrungsmittel abzuholen. Zwei Stunden brauchen sie zu Fuß für den Weg zum Zentrum. Aber sie wissen: es lohnt sich. Damit sie mit HIV leben können und damit ihr Baby gesund bleibt. Im Mai schaute die Stiftung zusammen mit DREAM bei der jungen Familie vorbei. Linda und Lawrence empfingen sie herzlich – und Baby Felix freute sich über den mitgebrachten Stoff-Bär.
Ein starkes Team: Yvonne und ihre Mutter Bessy
Im Jahr 2022 traf der Fotograf Tomas Rodriguez Yvonne und ihre Mutter Bessy das erste Mal im DREAM-Zentrum. Hier lassen sie sich regelmäßig untersuchen. Beide sind HIV-positiv. Bis Mutter und Tochter den Weg ins Gesundheitszentrum fanden, hatten sie schon viel durchgemacht. Bessys Mann starb vor 16 Jahren an HIV und hatte sie angesteckt. Weil Bessy ihr Baby ohne Therapie stillte, übertrug sich das HI-Virus auf die kleine Yvonne.
Im Dorf galt HIV als Fluch und als mysteriöse Krankheit. Bessy und ihr Kind wurden deshalb schikaniert und vertrieben. Doch sie waren ein gutes und starkes Team. Die Kirchen-Gemeinde sorgte schließlich dafür, dass Bessy ihr Land zurückbekam und darauf ein kleines Haus für sich und ihre Tochter bauen konnte. Das DREAM-Zentrum ist für die beiden ein wichtiger Ort. Hier sind sie in guten Händen, hier bekommen sie ihre Medikamente, hier gibt es Lebensmittelpakete für sie.
2025 besuchte Tomas Rodriguez Yvonne und ihre Mutter noch einmal – diesmal zusammen mit der Stiftung. Es war ein fröhliches Treffen. Und Yvonne hat Zukunftspläne: Die 16-Jährige möchte später Chirurgin werden. DREAM und die Stiftung werden sie nach ihren Möglichkeiten dabei unterstützten.





