Nachruf auf Rita Süssmuth
Mit Rita Süssmuth verliert unser Land eine prägende Persönlichkeit und ein großes Vorbild: für Engagement, für Beharrlichkeit und eine klare Haltung gegen Diskriminierung.
Die Deutsche AIDS-Stiftung verliert eine Mitstreiterin, die im besten Sinne „Mahnerin“ war – für einen menschlichen und solidarischen Umgang mit HIV-positiven Menschen.
Viele Jahre hat Rita Süssmuth uns in zahlreichen Ämtern, zuletzt als Ehrenvorsitzende zur Seite gestanden. 1987 rief sie als damalige Bundesgesundheitsministerin die Nationale AIDS-Stiftung mit den Stiftern Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) und Deutsches Rotes Kreuz ins Leben; Rainer Ehlers hatte zuvor bereits die Deutsche AIDS-Stiftung „Positiv leben“ gegründet. Beide Stiftungen fusionierten 1996 zur heutigen Deutschen AIDS-Stiftung.
Rita Süssmuth stand für eine zutiefst menschenfreundliche Aids-Politik in Deutschland. Sie setzte auf Aufklärung statt Ausgrenzung, auf Prävention und Partnerschaftlichkeit. Unermüdlich kämpfte sie für Menschen mit HIV und Aids – für deren Würde und Belange.
Es ist vor allem Rita Süssmuths Verdienst, dass sich in Deutschland eine liberale „Aids-Politik“ durchsetzen und erfolgreich sein konnte. Der Weg dorthin war steinig und es mangelte nicht an Widerständen. Für Rita Süssmuth war dies Herausforderung und Auftrag zugleich. Viel zu wichtig war ihr dieses Thema, mit dem sich in den 80er Jahren Angst und Schrecken erzeugen ließ. Und viel zu wichtig waren ihr die Menschen.
Bis heute gelten Rita Süssmuths Worte aus den Anfangsjahren der Aids-Arbeit: „Wir bekämpfen HIV und Aids, nicht die infizierten Menschen.“
Die Deutsche AIDS-Stiftung, alle Gremienmitglieder und Mitarbeitende sind traurig über den Tod von Rita Süssmuth – und dankbar, dass wir einen Menschen wie sie an unserer Seite hatten. Ihre Herzenswärme, ihr Mut und ihr Einsatz für HIV-positive und aidskranke Menschen bleiben unvergessen. Ihr Vorbild ist uns Ansporn.





Aids im Wandel der Zeit: Im Gespräch mit dem Ehrenvorsitz der Deutschen AIDS-Stiftung